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Nord Stream 2: Großprojekt der Privatwirtschaft oder Instrument russischer Geopolitik?

Bei Nord Stream 2 fallen wirtschaftliche und geopolitische Interessen Russlands untrennbar voneinander zusammen. Der Bau der Pipeline muss als Versuch Moskaus gewertet werden, sich in der aktuell angespannten politischen Lage vor allem gegenüber der Ukraine aber auch der EU alle Handlungsoptionen offen zu halten, um diese zukünftig zur Durchsetzung eigener strategischer Ziele nutzen zu können.

‚Deutschland ist ein Gefangener Russlands‘. Mit dieser provokanten Aussage erregte US Präsident Donald Trump am Rande des NATO-Gipfels im Jahr 2018 in Brüssel große mediale Aufmerksamkeit. Und US-Vizepräsident Mike Pence fand auf der Münchener Sicherheitskonferenz in diesem Jahr noch deutlichere Worte: „Wir können die Verteidigung des Westens nicht garantieren, wenn unsere Bündnispartner sich vom Osten abhängig machen.“ Dabei ging es nicht etwa um das verteidigungspolitische Dauerproblem der europäischen NATO-Länder, 2% vom BIP für Verteidigung auszugeben, das Deutschland seit Jahren konsequent verfehlt, sondern um Energiefragen! Der Grund für den Unmut der USA ist die Erdgaspipeline Nord Stream 2, die als Ergänzung zur bereits bestehenden Doppelleitung Nord Stream ab Ende 2019 jährlich mindestens weitere 55 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas direkt von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren soll. 

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